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Die Elektroflamencogitarre ist angekommen
Seit man angefangen hat, akustische Instrumente mit piezoelektronische
transducer auszurüsten, war eine Sache, die auf den Bühnen dieser
Welt am meisten fehlte, (und besonders in diesem Land) eine elektrisch
verstärkte Flamencogitarre. Die Admira Eva-E ist das erste Instrument
mit solchen Eigenschaften, die durch unsere Hände geht.
Admira ist einer der grossen Hersteller von spanischen Gitarren. Sein
Produktionsvolumen ist so gross, das man seine Gitarren in fast allen
grossen Geschäften des Landes und auch in Anzeigen ausländischer
Zeitschriften finden kann. Sein Katalog enthält von Gitarren zu erschwinglichen
Preisen bis zum mittlerem und hohen Niveau alles im Rahmen der industriellen
Produktion.
Bekannt vor allem für seine mehr klassisch orientierten Gitarren,
ist es besonders interessant, eine seiner Gitarren in der Hand zu haben,
die sich mehr an den Flamencosektor des Marktes richtet, elektrisch verstärkt
und mit einem schmalen Körper. Das ist reizvoll, bis zur Versuchung.
Hals
Bessergesagt der Kopf, fügt sich wie ein Keil unter
dem Block des Halses ein, ganz im traditionellen Stil der spanischen Gitarren,
und zeichnet dabei eine Verbindungslinie vom hinteren Teil der Schnecke
bis zur Vorderseite, zwischen der zweiten und dritten Mechanik jeder Seite.
Der Kopf wird von zwei Rillen durchzogen in denen die Mechanik eingesetzt
ist (mechanisch und vergoldet, mit Köpfen aus Perlmuttimitation)
und er ist mit einer Lage aus indischem Palisanderholz überzogen.
Die Mechanik arbeitet perfekt, ohne beim Stimmen irgendwelche Probleme
zu versursachen. Der Sattel aus Knochen hat eine Breite von 50 mm, von
denen 43,9 mm an der Öffnung der Saiten genutzt wurde, welches einen
mittleren Abstand von 7.5 mm erlaubt. Sowohl der Kopf als auch der Hals
sind aus einem Holz, das beim ersten Blick einer Art Mahagoni gleicht.
Der Hals ist aus zwei Teilen gefertigt mit einer Verstärkung in der
Mitte und seine Dicke am 1. Bund ist 23 mm und erreicht 25,3 mm am 10.
Bund. Die Biegung des Unterklotzes (Wie ein Kiel geformt) beginnt ein
kleines Stück vor dem 11. Bund. Die Gesamtlänge der Saiten von
Sattel bis zum Steg sind 850 mm. Das Griffbrett aus Ebenholz ist nach
dem Schneiden kaum poliert worden und hat eine leicht graue Farbe. Auf
ihm sind 19 komplette, niedrige, schmale Bünde eingelegt, die für
die spanische Gitarren typisch sind: die Breite am 10. Bundes beträgt
66.2 mm und erreicht 67.5 mm beim 19.
Die Eva-E hat eine kleine Verlängerung des Griffbretts, mit zwei
weiteren Bünden, die in das Schalloch hineinragt. Der Bund Nummer
20 kann nur auf der Saite des hohen E und des H benutzt werden, während
der 21. nur auf der E-Saite erreicht werden kann, aber wenigstens kann
man darauf so hoch kommen wie auf einer Strato Vintage.
Körper
Der Unterklotz scheint aus Zeder zu sein und die innere
Verbindung durch Verleimung kann man sehr gut sehen, wenn man das Kästchen
mit der Elektronik herumdreht. Die Klangdecke ist aus solider Fichtentanne;
Die Rückseite und die Seiten aus Sycomorenlaminat.
Die Decke ist etwas kleiner als normalerweise und die Seiten haben ein
bisschen mehr als die Hälfte der Tiefe der traditionellen spanischen
Gitarren. Die oberen Verstrebungen wurden aus Fichte von sehr guter Qualität
gemacht, und sie sind sehr gut verarbeitet.
An den äusseren Enden hat man für die Verstrebungen das Kurvendesign,
als "cavero" bekannt, verwendet. Für die Verstrebungen
des Bodens wurde die gleiche Art von Ebenholz benutzt wie für den
Hals, diesmal ohne Verkürzungen, bekannt als Parallverleistung.
Die Verbindung der Seiten mit dem Boden ist mit glatten Gegenhölzern
gemacht, während die Decke mit kleinen Holzwinkeln verbunden wurde.
Alle inneren Verleimungen wurden mit der Klebepistole ausgeführt
und dabei blieben Reste von Kleber auf der Verleistung und der Innenseite
der Seiten zurück, zumindest bei dem Exemplar, das wir hier getestet
haben. Die Gitarre hat einen Ausschnitt auf der Seite der kleinen Zarge,
der bis zum 17. Bund reicht, was uns einen guten Zugang zum 19. Bund ermöglicht,
aber keine grossen Kunststücke auf der Verlängerung des Griffbrettes
zulässt.
Die Mehrheit der spanischen Gitarren hat nur 18 Bünde, wodurch wir
deutlich sehen können, dass das Schalloch (von 85 mm Durchmesser)
sich von seiner traditionellen Position leicht in Richtung des Stegs bewegt
hat, um diesen Extrabund aufzunehmen. Der Steg hat eine Basis aus Palisander
mit Verzierungen aus Elfenbeinimitation und der Sattel ist aus Knochen
gefertigt.
Die Saiten nehmen eine Breite von 58,4 mm ein und der Abstand zwischen
ihnen ist 10,6 mm. Die Höhe des Griffbretts auf dem Körper ist
etwa 5,7 mm, was uns eine sehr gute Dynamik erlaubt, aber das Griffbrett
ist auf der Decke verklebt, was, wenn man die verschiedenen Faktoren von
Ausweitung und Zusammenziehung des Tannenholzes und des Ebenholzes in
Betracht zieht, dazu führen könnte, dass die Decke nahe dieser
Verleimung bei irgendeinem heftigen Klimawechsel oder nach einer Reise
geknickt wird.
Die Elektronik
Der Piezoelektronische Chip unter dem Steg ist ein Fishman
Acoustic Matrix, der über den Vorverstärker von Fishman kontrolliert
wird. Er ist vom Typ derer, die man durch das Drücken eines kleinen
Hebels drehen kann, so dass man direkten Zugang zur Batterie hat.
Die Kontrollknöpfe des Vorverstärkers sind: Filter gegen Rückkopplungen
( -15dB, von 50Hz bis 900 Hz, der nicht mehr funktioniert, wenn man ihn
auf die kleinste Stufe stellt), und Lautstärke, beide in Form von
Drehknöpfen, Phasenregler, und vier Schieberegler für Bässe,
mittlere Töne und Höhen, sowohl für die Brillanz.
Der Hersteller gibt an, dass es auch eine Kontrolle für die Sub-Bässe
im Inneren des Vorverstärkers gibt, die schon von der Fabrik her
eingestellt ist. Man kommt schlecht an sie heran, und ich glaube sowieso,
dass es nicht im Sinne des Herstellers ist, sie zu manipulieren.
Klang
Die Gitarren mit Seiten und Rückseite aus hellen
Hölzern wurden immer mit dem Flamenco assoziiert, laut Rámirez
III wegen dem Pech, das die dunklene Hölzer wie das Palisander geben
würden (trotzdem waren die Griffbretter aus Ebenholz). In diesen
Stilrichtungen hat man immer Gitarren benutzt, die ein klein wenig schmäler
waren als die in der klassischen Musik, und mit niedrigeren Saiten, auch
wenn das das Risiko von kleinen Kratzern barg, da man die Schnelligkeit
beim Spielen auf Kosten der Reinheit des Timbres suchte.
Bei den Seiten und der Rückseite der Eva-E hat man statt des traditionellen
Zypressenholzes Sycomore (acer pseudoplatanus) verwendet. Ein Holz, das
in Europa in grossen Mengen vorkommt und irgendwie mit dem amerikanischen
Ahorn verwandt ist (wahrscheinlich verantwortlich für die fast exzessiven
Höhen des Instrumentes).
Ohne Verstärker besitzt die Eva-E eine ausgesprochene Schwäche
in den Bässen, zurückführbar auf ihren knappen Boden, aber
sie reagiert sehr gut in den hohen Saiten. Leider findet man genau diesen
Mangel auch im verstärkten Klang wieder, da die Mehrheit der Piezoelektronischen
Transducer die Höhen übermässig betonen, bis sie beinahe
metallische Töne erzeugen.
Eine gute Lösung wäre es, ein Mikrofon zum Mischen zu integrieren,
bevorzugt intern, da man so das Schalloch zudecken könnte, um Rückkopplungen
zu vermeiden. Von allen Balancen, die ich ausprobiert habe, ist meine
bevorzugte mit einer Brillanz und mittleren Tönen bei 50% und Bässen
und Höhen bei 100%, völlig ohne Rückkopplungsfilter.
Zusammenfassung
Die Eva-E ist eine Gitarre, die zum Spielen auf der Bühne
gedacht ist und, wie ich finde, in einer Gruppe, da ein Interpret der
allein auftritt zu stark das Fehlen der Bässe bemerken wird.
Man hat einen Teil des Klangs und die Möglichkeit für mehr Volumen
der Bequemlichkeit geopfert. Wenn deine Priorität darin besteht,
eine Masse von Akkorden über eine komplette rhythmische Basis zu
legen (mit einem Keyboarder oder Bassisten, der genügend Bässe
beisteuert), könnte sie interessant für dich sein.
Auch wenn sie ernste Konkurrentinnen auf dem Markt hat, die du auch ausprobieren
solltest, ist die Admira Eva-E so klein, dass du dich mit ihr auf der
Bühne fast so bewegen kannst, als ob du keine Gitarre in der Hand
hättest. |